Erläuterungen zu den Buchstabenseiten

Zu jedem Buchstaben werden auf den Buchstabenseiten verschiedene Schriftbeispiele gezeigt, die im folgenden näher beschrieben werden.

Die Form des Buchstabens

Schulschriften

Im deutschsprachigen Raum lernen Kinder das Schreiben und Lesen zunächst mit einer Druckschrift.

In den Lehrplänen der Bundesländer ist keine spezifische Druckschrift als Ausgangsschrift vorgeschrieben. Folgende Druckschriften werden im deutschsprachigen Raum verwendet:

A-1b

 

 

 

PDF-PrimarschriftDie Primarschrift steht zum kostenlosen Download nebst Makros zur Erstellung einer verbundenen Druckschrift im Downloadbereich der Rechtschreibwerkstatt zur Verfügung.

In den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz wird als Ziel beschrieben: Sie (die Kinder) schreiben eine lesbare und flüssige Handschrift. In den meisten Bundesländern wird keine verbundene Schrift verpflichtend vorgeschrieben. In einigen Bundesländern gibt es Empfehlungen. Folgende Schriften werden - neben der Primarschrift und der Grundschrift - als verbundene Schriften verwendet.

Die Primarschrift und die Grundschrift sind von Beginn an auf die Verbindung von Buchstaben ausgelegt. Hier brauchen die Kinder also keine neue verbundene Schrift zu erlernen. Neben diesen beiden Schriften werden in den Grundschulen folgende verbundene Schriften vermittelt:

A-1

 

PDF-SonderzeichenEine tabellarische Übersicht über die Schulschriften steht als PDF-Dokument im Downloadbereich der Rechtschreibwerkstatt zur Verfügung. Hierfür ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich.

PDF-AusgangsschriftenErika Brinkmann hat in einem Artikel für den Grundschulverband die in den einzelnen Bundesländern vorgeschriebenen Ausgangsschriften zusammengestellt. Dieser Artikel steht auf der Homepage des Grundschulverbandes als Download zur Verfügung.

 

In Österreich und in der Schweiz werden abweichende Schriften als Druckschrift und als verbundene Schriften in der Schule verwendet.

In Österreich sind die Druckschrift-95 und Schreibschrift-95 die gebräuchlichsten Schriften. Neben diesen beiden Schriften werden in einigen Schulen noch die ältere Varianten von 1969 verwendet.

A-1c-85

In der Schweiz ist als Druckschrift die sogenannte Steinschrift und als verbundene Schrift die Schnüerlischrift verbreitet. In neuerer Zeit wird jedoch auch die Basisschrift in einigen Kantonen verwendet. Diese ist ähnlich wie die Primarschrift und Grundschrift von Beginn an auf Buchstabenverbindungen ausgelegt.

 

PDF-Schriften Schweiz-ÖsterreichEine tabellarische Übersicht über die Schulschriften aus Österreich und der Schweiz steht als PDF-Dokument im Downloadbereich der Rechtschreibwerkstatt zur Verfügung. Hierfür ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich.

 

Buch- und Druckschriften

In Büchern und Zeitschriften werden zwei grundsätzlich verschiedene Schrifttypen verwendet: Serifen- und serifenlose Schriften. Bei den Serifenschriften sind die Endpunkte eine Buchstabens mit kleinen Strichen versehen, die quer zur Grundrichtung angebracht sind. Hierdurch soll die Lesebarkeit eines Buchstabens erhöht werden. Serifenschriften werden vorwiegend im Buch- und Zeitungsdruck verwendet. Schreibmaschinen und Computer verwenden demgegenüber meist eine serifenlose Schrift.

Serifenlose Schriften:

A-2

Serifen-Schriften:

A-3

Schmuck-Schriften:

Schmuckschriften werden als besonderes Ausdrucksmittel vor allem in der Werbung, in der Kunst und zur Hervorhebung einzelner Buchstaben oder Wörter, wie z. B. in Buchtiteln oder Überschriften verwendet.

Es gibt unzählige Schmuckschriften, von denen hier nur einige aufgeführt werden. Anhand dieser Schriften kann mit Kindern unterschiedliche Gestaltungsmerkmale herausgearbeitet werden,

z. B. Rundungen an Stelle von Ecken und Spitzen (Bauhaus, Harrington, Magneto), unterschiedlich dicke Auf- bzw. Abstriche (Algerian, Brodway, Showcard, Wide Latin, Magneto, Imprint), Vermeidung von Absetzungen durch Verbindungen (Harrington, Magneto), doppelte Strichführungen (Algerian, Imprint).

A-4

Solche Schmuckschriftvergleiche können für Kinder Anregungen für die Gestaltung eigener Schmuckschriften sein, die dann als Gestaltungselemente für besondere Texte (Überschriften, Einladungskarten, Buchtitel usw.) genutzt werden können.

Alte Schriften:

Vor allem im deutschsprachigen Raum wurden im Buchdruck bis zu Beginn des 20. Jhd. Frakturschriften und eine hiervon abgeleitete Kurrentschrift als Handschrift (z. B. die Sütterlinschrift) verwendet. Die Buchstabenformen unterscheiden sich in den alten deutschen Schriften sehr deutlich von den Formen der lateinischen Buchstaben. Daher ist es für viele heute schwierig, alte Texte zu lesen.

Weitere Hinweise zur Fraktur-, Kurrent- und Sütterlin-Schrift bei Wikipedia. Dort auch Schriftbeispiele und weitere Web-Links.

A-5

 

Handschriften:

In den meisten Lehrplänen werden als Lernziele für das Schreiben mit der Hand zwei Bedingungen genannt::

1. Die Handschrift soll lesbar sein

    Das Ziel des Schreibens ist, dass das geschriebene später gelesen wird. Das gilt für den Einkaufszettel ebenso wie für die Klassenarbeit oder einen selbst verfassten Text.

    Anders als noch vor einigen Jahren ist die Leseschrift heute die Druckschrift. Vieles, was früher mit der Hand geschrieben wurde (z. B. Postkarten, Briefe), wird heute am Computer (z. B. E-Mail) oder Handy (z. B. SMS) verfasst. Von Bedeutung ist die Handschrift noch bei eigenen Notizen, bei der Verfassung des Testaments und in der Schule.

2. Die Handschrift soll flüssig sein.

    Mit der Hand soll einigermaßen schnell geschrieben werden können.

Wie jede Bewegung, so ist auch die Schreibbewegung ein Ausdruck der schreibenden Persönlichkeit. Es ist demnach unvermeidbar, dass sich jede Handschrift mit zunehmenden Gebrauch zu einer individuellen Handschrift weiterentwickelt. Entscheidend ist, dass die Standardform eines Buchstabens durch die Individualisierung nur so weit verändert wird, dass der Buchstabe, das Wort, der Text anschließend vom Adressaten leicht gelesen werden kann.

Die Diskussion von Texten, die in verschiedenen Handschriften geschrieben wurden, kann Kindern Anregungen geben, die eigene Handschrift weiter zu entwickeln. Hierzu können vor allem auch die zahlreich zur Verfügung stehenden Schriften am Computer genutzt werden (s. u.)
Anhand solcher Schriften kann mit den Kindern besprochen werden, welche Veränderungen (z. B. Schnörkel, Rundungen, Schräglage, Verbindungen) das Lesen erleichtern oder deutlich erschweren.

A-6

Hilfreich ist es, wenn Kindern ein Computer mit unterschiedlichen Schmuck- und Handschriften zur Verfügung steht und sie mit den Schriften und eigenen Texten selbst experimentieren können.

Zahlreiche Computer-Schriften können zum großen Teil kostenlos auf der Seite von moorstation.org heruntergeladen werden.

Auf der englischsprachigen Internetseite dafont.com stehen ebenfalls unzählige Schriften für den Computer zum größten Teil als kostenlose Downloads zur Verfügung.

Auf beiden Seiten sind die Schriften thematisch und nach Autoren sortiert.

Phonetische Umschrift (IPA):

In der Regel wird Kindern in der Grundschule die phonetische Umschrift (nach IPA) nicht vermittelt. Als wichtigster Grund hierfür ist, dass die Kinder zunächst die Buchstaben kennen lernen und nicht zeitgleich durch ein erweitertes Schuftsystem verwirrt werden sollen.

A-7

Dies ist insofern schade, weil Kindern hier ein wichtiges Instrument für die korrekte Lautung von Wörtern vorenthalten wird. Gerade Kinder, die in einer dialektal gefärbten oder von Fremdsprachen dominierten Umgebung aufwachsen benötigen Unterstützung in der korrekten Aussprache der deutschen Wörter.

Daher ist es durchaus sinnvoll, das Internationale phonetische Alphabet (IPA) bereits in der Grundschule Kindern zu vermitteln. Als Anregung hierfür wurden diese Sonderzeichen auf der Seite zu den einzelnen Buchstaben aufgenommen.

 

 

PDF-Laut-Buchstaben-ZuordnungenEine von den Lauten ausgehende tabellarische Übersicht über die regelhaften Laut-Buchstaben-Beziehungen der deutschen Sprache finden Sie im Downloadbereich der Rechtschreibwerkstatt. in der Rubrik zum Anlautlineal. Diese Übersicht kann auch von Schüler(innen) für Übungen zur phonetischen Umschrift genutzt werden.

 

Quellen: Primarschrift, Vereinfachte Druckschrift, Druckschrift: Norbert Sommer-Stumpenhorst, Grundschrift: Grundschulverband, Druckschrift Nord, Druckschrift Süd, VA, LA, SAS: Will-Software; alle anderen Schriften sind frei zugänglichen Quellen entnommen.

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