Bi-GO-fremd-225

Das ist Frau Fremd. Es gibt niemanden in der Rechtschreibwerkstatt, der so viele Sprachen spricht wie sie. Sie besteht darauf:

Schreibe Fremdwörter so,
wie sie im Herkunftsland geschrieben werden.

Frau Fremd spricht englisch, dänisch, niederländisch, französisch, spanisch, italienisch, griechisch, türkisch, kroatisch, tschechisch, polnisch, russisch und noch viele andere Sprachen mehr. Für mich hat sie den gesamten Modellwortschatz in diese vielen Sprache übersetzt. In ihrem Zimmer hat sie ein riesiges Regal mit Wörterbüchern und ohne ihren Laptop geht sie gar nicht erst aus dem Haus.

Frau Fremd streitet sich dauernd mit Frau Laut. Die beiden verstehen sich eigentlich ganz gut. Aber Frau Laut möchte die Wörter gerne so schreiben, wie sie gesprochen werden. “Warum sollen wir nicht ‚Kompjuter’ schreiben?”, fragt sie dann. “Weil alle technischen Begriffe aus dem Englischen kommen! Da schreiben wir unser <k> mit ‚c’!”, antwortet dann Frau Fremd. “So können wir doch viel schneller erkennen, was das für ein Begriff ist.”

Oft reden die beiden ganz lange miteinander. Manchmal können sie sich nicht einigen. Immer öfter jedoch verständigen sich die beiden darauf, dass sie beide Schreibweisen zulassen. Früher durften wir nur “chic” schreiben, wenn wir ein Kleid schön und elegant fanden. Heute schreiben wir auch “schick” – und beides ist richtig.

Ich finde, die beiden sollten viel öfter miteinander diskutieren. Dann könnten wir viele Fremdwörter so schreiben, wie sie in dem anderen Land geschrieben werden oder so, wie wir es sprechen. Aber solche Dinge brauchen manchmal viel Zeit, bis sich die Erwachsenen an eine andere Schreibweise gewöhnen.

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